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Mein Fazit für 2017

Fazit2017 - Mein Fazit für 2017

2017 war für mich das aufregendste Jahr überhaupt. Am 1. Januar stieß ich mit der Liebe meines Lebens in Hamburg auf “unser Jahr” an. Ein paar Monate später habe ich diesen Blog hier ins Leben gerufen, mein erstes Tattoo stechen lassen, mein ganzes Hab und Gut verkauft und mich von meinen Freunden auf unbestimmte Zeit verabschiedet, um im September nach Mexiko auszuwandern und im Oktober zu heiraten. Ein gutes Jahr, um einmal in mich zu gehen und ein Fazit zu ziehen. Mein Jahresrückblick soll vor allem auch dazu dienen, meine größten Erkenntnisse mit dir zu teilen.

Angst ist relativ!

Natürlich hatte ich große Angst, mein altes Leben in Hamburg mit sicherem Job, meinen Freunden und all den bequemen Gewohnheiten hinter mir zu lassen. Ich hatte auch Angst davor, mich in Form eines Blogs mit persönlichen Geschichten sichtbar zu machen. Auch all die technischen Herausforderungen haben mich anfangs total überfordert. Und wie soll das finanziell gehen, wenn ich kein geregeltes monatliches Einkommen mehr erziele?

Rückblickend kann ich sagen, am Ende ist alles halb so schlimm!

Das Teilen privater Dinge im Internet wird Tag für Tag leichter, technische Herausforderungen sind mit Ruhe lösbar und auch um Hilfe bitten, wird belohnt. Das Ganze ist natürlich ein Prozess und Verbesserungspotential und neue Ideen sind immer vorhanden.

Auch das Abmelden aus Deutschland mit allem, was dazu gehört, hat am Ende wunderbar geklappt. Natürlich nicht ohne Tränen und Momente der Überforderung, aber das geht vorbei…

Das Ankommen in Mexiko hätte auch nicht besser laufen können. Von der ersten Sekunde an fühlte ich mich total heimisch in meinem neuen Zuhause. Das liegt aber auch vor allem an meinem großartigen Mann, der sogar die Wände in unserem Schlafzimmer in dem selben Grünton gestrichen hat, wie er es aus meiner Wohnung in Hamburg kannte. Was für eine Überraschung!

Da ich mit Hilfe des Internets ständig mit meiner Mutter und meinen Freunden in Kontakt bleiben kann, fühlt es sich bisher noch gar nicht so an, als wäre ich weit weg.
Bisher habe ich meine Entscheidung nie hinterfragt. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Angst man vor dem Neuen und Unbekannten hat und wie schnell diese Angst verfliegt, sobald man inmitten der neuen Situation steckt. Es geht nur darum, die Hebel in Bewegung zu setzen, der Rest läuft dann schon….

Always trust in new beginnings

In schwierigen Situationen wächst man über sich hinaus.

Du kennst sicher diese Situationen, in denen man denkt, man schafft das alles nicht, in denen man sich am liebsten unter der Bettdecke vergraben würde, um zu warten, bis alles vorbei ist….
Ich habe mir das in den Monaten vor der Ausreise oft gewünscht. Mein Terminkalender war voll mit Behördengängen, ebay Anzeigen schalten, Freunde treffen, Dinge besorgen, Informationen einholen usw. Das war nicht einfach, aber durch das schrittweise Abarbeiten jeder einzelnen Aufgabe hat auch das geklappt. In den paar Monaten habe ich wohl mehr Papierkram erledigt als jemals zuvor in meinem Leben. Und vermutlich so viel Neues dazugelernt, wie in den letzten 5 Jahren nicht. Aber ja, mit Geduld, Glaube an sich selbst und der Hilfe von Freunden und Familie ist verdammt viel möglich!

Entscheidungen treffen macht glücklich.

Ich war nie Freund großer Entscheidungen. Das fing an bei der Wahl meines Studienfaches Soziologie und endete bei der Männerwahl. Bei jeder Entscheidung hatte ich Angst, mir andere Optionen zu verbauen. Das Problem dabei ist allerdings, dass du dich so nie für irgendwas entscheidest und stagnierst.
Ich wollte schon immer ein Tattoo, aber konnte mich nie für ein Motiv entscheiden. Auch Leben im Ausland unter Palmen war für mich immer Thema, nur gab es viel zu viele Möglichkeiten, um diesen Traum umzusetzen. Für welchen Weg sollte ich mich da entscheiden?

Das Jahr hat mir gezeigt, dass sobald du eine Entscheidung ins Rollen bringst (bei mir war das die 2-monatige Mexikoreise), viele weitere folgen und auf einmal ganz leicht zu treffen sind. Wenn du fühlst, auf dem richtigen Weg zu sein, macht es auf einmal Spaß, hinter deinen Entscheidungen zu stehen. Am Ende ist es egal, für was du dich entscheidest, hauptsache du nimmst all deinen Mut zusammen und gehst neue Wege.

Mein Tattoo vom Park Fiction, meinem Lieblingsplatz in Hamburg
Die Palme aus Plastik vom Park Fiction, meinem Lieblingsplatz in Hamburg, ist das perfekte Symbol des Übergangs von meinem Leben in Hamburg zum Leben in Mexiko, wie ich finde 😉

Teile deine Ängste.

Sobald du über deine Ängste und Probleme redest, wirst du Hilfe erfahren. Ich bin sehr dankbar, für all die seelische Unterstützung in Momenten des Zweifels, wenn ich auf einmal kleine Panikattacken bekam und all meine Pläne in Frage gestellt habe. Ohne meine Freunde und Familie, die mich genau dann daran erinnert haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin, schon immer auswandern wollte und sich dann vor Ort schon eine Lösung für alles findet, wäre es wohl wesentlich schwerer gewesen.

Ich kann daher nur jedem raten, immer über Ängste und Zweifel zu reden, danach geht’s meistens viel besser. Freunde können dir dabei helfen, dich aus deinen negativen Gedankenspiralen rauszuholen.

Perfektion ist langweilig und überhaupt nicht nötig.

Ein großes Problem, was vor allem wir Deutschen in uns tragen, ist das Streben nach Perfektion. Bevor wir irgendwas nach außen tragen, soll es bitteschön perfekt sein. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass dein Perfektionismus ein Ausdruck deiner Angst vor Ablehnung und Spott ist?

Der Anspruch, deine Sache gut machen zu wollen, ist ja ok, aber er darf dich nicht davon abhalten, einfach mal anzufangen. Ich habe von Leuten gehört, die schon seit 3 Jahren an ihrem Blog werkeln, ohne einen einzigen Beitrag veröffentlicht zu haben. Aus Angst, es sei noch nicht gut genug…. Nichts kann perfekt sein, wenn du gerade erst mit einer neuen Aufgabe anfängst. Aber du wirst dazu lernen und mit der Zeit besser werden. Und du wirst auch sehen, dass nichts Schlimmes passiert, wenn du einen Blogpost mit viel zu großen Bilder und ohne Struktur veröffentlichst. Im schlimmsten Fall wird ihn keiner lesen, das wars!

Mit der Angst vor Spott nimmst du dich selbst viel zu wichtig, denn am Ende interessiert es gar keinen, was du so machst….

Auch wenn der Spruch abgedroschen klingt, aber es sind tatsächlich deine Unvollkommenheit und deine Fehler, die dich liebenswert und interessant machen. Alles andere ist einfach langweilig!

Was andere denken, ist völlig egal.

Das führt uns auch schon zur nächsten Erkenntnis. Was andere denken, spielt keine Rolle. Jeder hat andere Erfahrungen gemacht und lebt in seiner eigenen Realität. Solange, wie dich Freunde, Familie und Partner bei allem unterstützen, was du tust, sind “die anderen” total egal. Mir ist das besonders bewusst geworden, als ich den Schritt des Auswanderns und Aussteigens einfach gegangen bin. Die kritischen Stimmen verstummen. Nach einem tobenden Sturm kehrt wieder Ruhe ein und jeder ist mit seinen eigenen Problemen beschäftigt.
Mach einfach dein Ding. Deine Freunde werden dich dabei unterstützen. Und unterwegs wirst du auf genau die Leute treffen, denen gefällt, was du machst und wer du bist.

Gewohnheiten und Glaubenssätze sind mit etwas Mut und Offenheit leicht zu brechen.

Ich kann doch nicht einfach heiraten, wenn ich mich vorher in jeder Beziehung meiner Freiheit beraubt gefühlt habe. Wie komme ich denn darauf, einen Blog aufzubauen, wenn ich vorher nie wirklich geschrieben habe? Jeder von uns kennt diese Gedanken….

Riesen Kaktusbaum in Querétaro

Warum sollten wir JETZT etwas können, was wir vorher nie gemacht oder sogar gemocht haben? Ich bin überzeugt davon, dass du alles erlernen kannst, wenn du einfach anfängst. Egal, ob das neue Essgewohnheiten, eine neue Sprache oder sogar ein ganz neuer Beruf sind. Unser Gehirn ist unglaublich anpassungsfähig. Du denkst du kannst nicht leben ohne die Selbstverständlichkeit von Warmwasser, der ständigen Verfügbarkeit von 40 verschiedenen Joghurtsorten im Supermarkt oder der Möglichkeit, immer das Neuste online zu bestellen und es am nächsten Tag geliefert zu bekommen? Dann lebe einfach mal eine gewisse Zeit ohne all das und du wirst sehen, wie einfach das ist! Laut der revolutionären Theorie der Quantologie haben wir kein Gedächtnis. Nichts muss also auf deinen Erfahrungen basieren!

Alles Liebe für’s neue Jahr,

Deine Katrin

Was sind deine wichtigsten Erkenntnisse aus 2017? Ich freue mich über dein Kommentar!

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