Feel the Mex Appeal

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Was bedeutet Liebe?

Nachdem ich bereits einen Artikel zum Thema Freiheit verfasst habe, möchte ich mich nun, passend zum Valentinstag, dem Thema Liebe widmen und versuchen, dieses Gefühl zu beschreiben. Denn zum ersten Mal in meinem Leben, fühlt es sich so an, als würde ich verstehen, was Liebe ist und worauf es in einer Partnerschaft ankommt. Deshalb kann ich jetzt auch darüber schreiben.

Zunächst einmal gibt es ja viele Formen von Liebe. Liebe zu einer Sache, zu einem Tier, Selbstliebe und Liebe zu einem Menschen. Mir geht es im Folgenden aber ausschließlich um die Liebe zum Partner.

Liebe ist Glaube.

Liebe ist der Glaube an einander. Es ist eine Art Religion, an die beide uneingeschränkt glauben. Sie besagt, dass man füreinander bestimmt ist, dass man alle Probleme und Streitigkeiten zusammen lösen kann, dass man in die gleiche Richtung geht. Der Glaube ist die Basis von allem.
Hätte ich nicht daran geglaubt, dass er der Richtige ist, dass es sich lohnt, mein altes Leben in Hamburg mit gutem Job, meinen Freunden und Familie einfach so hinter mir zu lassen und dass ich ihm zu 100 Prozent vertrauen kann, wäre ich wohl nicht so einfach nach Mexiko ausgewandert.

Don't allow your mind to tell your heart what to do. The mind gives up easily.

Liebe ist Mut.

In der Liebe kann man sich auf nichts verlassen. Dein Partner kann sich von heute auf morgen trennen, er kann sich einfach so entlieben, er kann krank werden oder sogar sterben. Selbst ein Ehevertrag kann dich vor dieser Ungewissheit nicht schützen! Ich weiß, dass die Angst vor dem Ungewissen, die sich in allen Lebensbereichen breit macht, ein großes Problem in unserer Gesellschaft darstellt. Zumindest für uns als einfache Bürger, nicht für die Versicherungsgesellschaften…. Die Liebe ist ein Abenteuer, was natürlich auch Risiken mit sich bringt. Aber genau das ist es doch, was das Leben so lebenswert macht! Zur Liebe gehört es auch, sich ständig zu verändern und Dinge zu tun, die komplett Neuland sind. Ob das nun Ausflüge mit den Schwiegereltern, neue Essgewohnheiten, eine neue Art der Kommunikation oder Schlafrhythmen sind.

The task we must set for ourselves is not to feel secure, but to be able to tolerate insecurity.

Gib dich nicht mit einer mittelmäßigen Beziehung zufrieden, nur weil es “sicherer” scheint und du nichts riskieren willst! Nach dem Motto: “Der wird mich nicht verlassen, weil er weiß, dass er nichts besseres findet….” Oder: “Diesen Typ Mensch kenne ich schon, da weiß ich wenigstens, was mich erwartet.” Es lohnt sich, für den Einen/die Eine mutig zu sein und ins kalte Wasser zu springen!

Liebe ist Verantwortung.

Zu einer ernsthaften Partnerschaft gehört eine ganze Menge Verantwortung. Verantwortung für das eigene Handeln, Verantwortung für das Wohl des Partners und Verantwortung gegenüber dem Wir-Gefühl. Man entscheidet sich dafür, zusammen in die gleiche Richtung zu gehen, egal ob die Sonne gerade scheint oder ein Regentag dem nächsten folgt. Auch in schlechten Zeiten heißt es also, dem Partner ein gutes Gefühl zu geben, ihn zu unterstützen und Probleme zusammen zu lösen. Natürlich bist du nicht allein für das Glück deines Partners verantwortlich, aber ob ihr euch gegenseitig runterzieht oder aufbaut, liegt auch in deiner Hand. In einer Partnerschaft wirst du zum Teamplayer, und bist mitverantwortlich für Sieg oder Niederlage. Und ja, diese Verantwortung kann natürlich gewisse Ängste hervorrufen… Die Liebe hält dir ständig den Spiegel vor, weshalb sie meiner Meinung nach die größte Herausforderung ist, der wir uns im Leben stellen können.

Love is the active concern for the life and the growth of that wich we love.

Liebe ist Kompromiss.

Das mag recht unromantisch klingen, aber natürlich muss man auch bereit sein, einige Kompromisse für das Wohl der Beziehung einzugehen. Vielleicht ist es das, was wir in unserer Egogesellschaft verlernt haben. Wenn du keine Kompromisse eingehen willst, dann ist das auch ok, aber dann kannst du auch nicht auf eine tiefe und bedeutungsvolle Verbindung mit einem anderen Menschen hoffen. Beides geht nun mal nicht. Wenn du nicht für deinen Partner ab und an mal was ausprobierst, was du eigentlich scheiße findest, wegen ihm/ihr mal früher ins Bett gehst oder mal einen Film guckst, von dem du weißt, dass du ihn nicht mögen wirst, dann wird das mit der Partnerschaft nicht funktionieren. Dass beide immer das gleiche mögen, ist recht unwahrscheinlich….
Das Schöne ist aber, dass du gerne ab und zu Kompromisse eingehst, wenn du weißt, dass sich dein Partner darüber freut!

Liebe ist Freiheit.

Wo ich früher immer dachte, dass mich Beziehungen einengen und mich verpflichten, Dinge zu tun, auf die ich keine Lust hab, darf ich jetzt erfahren, dass es genau das Gegenteil ist. Liebe gibt dir die Freiheit, genau so zu sein, wie du bist. Sie nimmt dir die Ängste, nicht gut genug zu sein oder einem Idealbild entsprechen zu müssen. Ein Partner, der dich immer unterstützt, egal wie du aussiehst oder wie schlecht deine Laune gerade ist, gibt dir die Freiheit, auch außerhalb der Beziehung Neues auszuprobieren und deine eigenen Grenzen zu überschreiten, um über dich hinaus zu wachsen. Er gibt dir das nötige Selbstvertrauen, um deine eigenen Ziele und Träume zu verwirklichen. Und dass du ab und zu einen Kompromiss machen musst, ändert daran rein gar nichts, denn dieses Gefühl von Freiheit ist weitaus bedeutungsvoller.

Liebe ist Timing.

Ja, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spielt natürlich auch eine große Rolle, um die Liebe deines Lebens zu finden bzw. um dich von ihr finden zu lassen. Manchmal ist der Blick in die Zukunft, der Fokus auf die eigenen Ziele so wichtig, dass du die Zeichen im Hier und Jetzt nicht wahrnehmen kannst. Oder dich quälen vergangene Wunden, die dich nicht offen für Neues sein lassen. Wahrscheinlich hast du schon zig Chancen verpasst, im Supermarkt, an der Ampel, im Café… Weil du die Blicke nicht wahrgenommen hast oder dir die Person vielleicht auf den ersten Blick nicht so zugesagt hat. Offen sein und im Hier und Jetzt leben geht nicht ohne Gelassenheit und Geduld!

Is love an art? Then it requieres knowledge and effort.

Bei mir war es auch nicht die Liebe auf den ersten Blick, ich brauchte etwas Zeit, um mich von alten Denkmustern zu verabschieden und mich voll und ganz auf das Neue einlassen zu können. So habe ich mich vorher immer zurückgezogen, wenn ein Mann zu viel und zu schnell in mich investiert hat. Heute weiß ich, dass das wohl der Ausdruck meiner Angst vor Veränderung war. “Oh Gott, das könnte was Großes werden, aber eigentlich habe ich mich doch gerade ganz gut eingerichtet in meinem Singledasein…”

Nimm dich selbst nicht ganz so ernst, geh raus in die Welt und hab Spaß,

Deine Katrin
Mein Buchtipp zum Thema Liebe:
Erich Fromm – “Die Kunst des Liebens”* von 1965 (und so unglaublich aktuell)

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