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Tipps zur Haushaltsauflösung vor der Ausreise

Einfach weg, das ist der Traum von vielen. Leider stellt sich dann die Frage, wohin mit all den Sachen, die man dafür nicht braucht?
Im September 2017 bin ich mit meinem One-Way-Ticket nach Mexiko gereist, mit einem Handgepäckrucksack und meinem Backpack. Das ist alles, was ich noch besitze.

Bereits im Februar, also rund sechs Monate vor meiner Ausreise, habe ich angefangen, nach und nach meinen Haushalt aufzulösen. Da ich fünf Jahren in meiner 40-Quadratmeter-Einraumwohnung in Hamburg gewohnt habe, kam recht viel zusammen, was nun umverteilt werden musste. Dabei habe ich so einige Erfahrungen gesammelt, die ich hier teilen möchte.

Was geht gut auf Flohmärkten?

Flohmärkte eignen sich super für Klamotten, Accessoires wie Tücher, Gürtel, Taschen, Schmuck, Elektrokleingeräte, Bücher, CDs, Dekokrams und natürlich Antikes. Ich weiß nicht, ob es an meinem Aussehen lag, aber ich wurde öfter nach Briefmarken (!) gefragt. Da die Leute gerne einfach über Flohmärkte schlendern, eignen sich große und schwere Sachen eher nicht zum dortigen Verkauf (Tipp: ausreichend Beutel mitbringen, die ihr den Kunden zum Tragen anbieten könnt). Und wenn ihr so stylo Sachen wie ausgewaschene pinke Nike Jacken, einen Gameboy Classic oder Tapes habt, wartet mit dem Verkauf unbedingt bis Nachmittag, wenn die Hipster kommen….

Die Kunst beim Flohmarkt ist es, den Gegenüber richtig einzuschätzen. Ich kann jetzt nur von dem Flohmarkt hier in Hamburg Wilhelmsburg berichten. Da kommt quasi jeder vorbei, von jung bis alt, von arm bis reich, von Hippi bis Schnösel, auch der ein oder andere Tourist ist dort anzutreffen. Jeder schätzt den Wert der Dinge auf dem Tisch anders ein, je nachdem, was man selbst als wichtig oder schön empfindet. So hätte mir der ein oder andere sicher mehr für das Teil bezahlt, als ich wollte bzw. wäre ich andere Dinge überhaupt losgeworden, wenn ich von Anfang an einen günstigeren Preis genannt hätte. Zudem ist mir aufgefallen, dass Leute, die auf Flohmärkten einkaufen, oft auch sehr interessiert an der Geschichte hinter dem Teil ihrer Begierde sind. Falls es zu bestimmten Teilen also eine gute Geschichte gibt, unbedingt teilen!

Bei Dingen, die euch besonders wichtig sind, überlegt euch unbedingt im Vorfeld einen Preis. Viele Käufer sind ziemlich dreist und können einen gut um den Finger wickeln. Und auf einmal ist das Teil für die Hälfte weg, so schnell kann man gar nicht gucken. Wenn ihr das Teil dann nicht für den gewünschten Preis losgeworden seid, gibt es auch noch genügend andere Plattformen, um es zu verkaufen.

Flohmärkte machen auf jeden Fall super viel Spaß. Auch wenn man nicht so erfolgreich sein sollte, ist es einfach witzig, auf was für Leute man trifft und wer am Ende was kauft. Wenn dazu noch die Sonne scheint und ihr das zusammen mit nem Freund oder ner Freundin macht, kann das richtig gut werden.

Ebay vs. Ebay Kleinanzeigen

Die Sachen, die ihr nicht auf dem Flohmarkt losgeworden seid, oder die zu groß/schwer/sperrig waren, eigenen sich sicher super für ebay oder ebay Kleinanzeigen. So zum Beispiel die Kamera, die man sich mal gekauft hat, aber am Ende doch nur Handyfotos macht oder das Snowboard, dass im Euphorierausch im letzten Winterurlaub vor 4 Jahren gekauft wurde. Für ungeübte sind die ersten Anzeigen noch recht aufwendig, aber nach der dritten ist man drin und braucht maximal 10 Minuten für das Erstellen.

Auktionen auf ebay eignen sich super für Sammlerstücke, bei denen man den Wert nur schwer einschätzen kann. So habe ich zum Beispiel ein Paar limitierte getragene Nike Schuhe für den gleichen Wert verkauft, für die ich sie damals vor 6 Jahren gekauft habe. Genauso auch eine Nike Bomberjacke, die man so nicht mehr kaufen kann. Es ist also wichtig, sich im Vorfeld zu informieren, ob die Sachen aufgrund mangelndem Angebot besonders großes Interesse erwecken könnten. Dann am besten als Auktion mit einem niedrigen Startpreis verkaufen. Weitere Beispiele, die ich als Auktion einstellen würde: Gameboy, Tapes, ausgefallene Klamotten, Briefmarkensammlung usw. Allerdings ist zu beachten, dass ebay eine Verkaufsprovision in Höhe von 10 Prozent für jedes erfolgreiche Angebot einstreicht.

Ebay Kleinanzeigen wiederum eignet sich super für “normale” Dinge, wie zum Beispiel Möbel, Fahrrad, Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger usw. Alles, was man nicht so gut verschicken kann und was vermutlich keinen Sammlerwert hat. Bei ebay Kleinanzeigen muss man einen Preis festlegen, der zwar verhandelbar ist, aber für den Verkäufer natürlich nur nach unten hin. Wenn man Pech hat, stellt man ein Teil zu billig rein und hätte bei einer Auktion auf ebay mehr rausgeholt. Allerdings ist ebay Kleinanzeigen für den Verkäufer komplett kostenfrei. Bei der Entscheidung, ob Auktion auf ebay oder Festpreis auf ebay Kleinanzeigen muss man also einfach auf sein Gefühl vertrauen. Mit etwas Erfahrung kommt das dann schon.

Momox vs. ReBuy

Wohin nun mit den Büchern, CDs und DVDs, die auf dem Flohmarkt nicht weggegangen sind? Wenn man sie nicht verschenken will, zum Beispiel an Second-Hand-Läden wie Oxfam, Kindergärten, Krankenhäuser oder Vereine, gibt es noch die Möglichkeit, sie über Momox oder ReBuy online zu verkaufen. Diese Plattformen sind Re-commerce-Anbieter, die gebrauchte Bücher ankaufen und dann weiter verkaufen. Die Nachfrage bestimmt dabei den Preis. Für manche Bücher gibt es 15 Cent, für andere auch mal acht Euro. Das Vergleichen der Angebotspreise beider Plattformen lohnt sich hier definitiv. Hat man genug Bücher, um auf einen Wert von zehn Euro zu kommen, ist der Versand kostenlos. Ich habe kürzlich 30 Bücher für 24,95 Euro auf Momox verkauft. Eine schöne Auflistung der Angebeotspreise verschiedener Anbieter für das gleiche Buch habe ich auf dem daklue-Blog gefunden.

Neben den zwei bekanntesten Plattformen Momox und ReBuy gibt es auch noch diverse andere wie buchmaxe.de, cashfix.deflip4new.de oder buecherverkaufen24.com.

Wohin mit dem Rest?

Was weder auf dem Flohmarkt, noch online weggeht, wird verschenkt. Über einige Sachen haben sich natürlich meine Freunde gefreut, vor allem Erinnerungsstücke wie Klamotten, CDs oder Bücher. Was meine Freunde nicht brauchten, habe ich bei ebay Kleinanzeigen oder bei Facebook-Gruppen wie “Free your stuff Hamburg” als zu verschenken eingestellt. Allerdings muss man bei diesen Varianten immer zu Hause sein, damit der Interessent die Sachen abholen kann. Das kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Und leider gibt es auch immer wieder unzuverlässige Leute.

Man kann die Sachen auch gut an Second-Hand-Läden abgeben, wie zum Beispiel im Stilbruch, dem meiner Meinung nach besten Second-Hand-Laden für alles mögliche in Hamburg. Hier habe ich selbst schon einige Möbel gekauft. Zudem gibt es in Hamburgs Straßen unzählige Gib-und-Nimm-Stationen, bei denen man zu jeder Tageszeit Sachen abladen kann, die von jedem jederzeit abgeholt werden können.

So früh wie möglich mit dem Verkaufen starten!

Wer noch ein bisschen Geld mit seinen Sachen verdienen möchte, sollte auf jeden Fall rechtzeitig genug mit dem Verkaufen anfangen. Ich bin wirklich erstaunt, wie schwer es doch ist, gebrauchte Dinge loszuwerden, wenn man nicht einfach alles verschenken will. Mein Fazit aus der ganzen Aktion ist auch, dass es sich nicht lohnt, neue Sachen zu kaufen, wenn man nicht weiß, ob man sie ewig benutzen wird, da der Wertverlust einfach enorm ist. Insbesondere bei teuren Dingen wie einer Waschmaschine oder einem Auto. Meine Mutter hat mir vor drei Jahren einen Waschtrockner geschenkt, der damals 1.600 Euro gekostet hat. Das Teil läuft wie ne eins, bestimmt auch noch die nächsten 20 Jahre, mehr als 500 Euro habe ich dafür aber nicht mehr bekommen….


Falls du planst, nach Mexiko auszuwandern, dann habe ich was für dich…. Eine kostenlose Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken!

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