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Real de Catorce – Ein magischer Ort in der Wüste Mexikos

Die ehemalige Bergwerksstadt Real de Catorce in mitten der Wüste im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí hatte einst aufgrund ihres Silberreichtums eine große Bedeutung für die Gegend. Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts lebten hier bis zu 40.000 Einwohner. Innerhalb von nur 30 Jahren verfiel Real allerdings zu einer Geisterstadt, vermutlich aufgrund des Einbruchs des Silberpreises. Gerüchte behaupten allerdings, dass Banditen die Stadt kaperten, um sie als Versteck in der einsamen Wüste zu nutzen.

Blick auf Real de 14
Blick auf Real de Catorce

Noch vor einigen Jahren war die Stadt, die nur durch einen 2 Kilometer langen Tunnel zu erreichen ist, komplett verlassen und bestand aus Ruinen, in denen lediglich ein paar Menschen ein tristes Dasein fristeten.

Doch heute ist Real de 14 bei weitem keine Geisterstadt mehr. Viele Gebäude wurden saniert, Investoren errichteten Geschäfte und Hotels. Hinter dem Tunnel erwartet dich zunächst ein buntes Treiben aus diversen Marktständen, Händlern und mexikanischen Street Food Ständen.
Real de Catorce gehört zu den “Pueblos Magicos” Mexikos und ist vor allem auch durch den Film “The Mexican” mit Julia Roberts und Brad Pitt bekannt geworden.

Was kannst du dort machen?

Viele Touristen kommen wegen der Peyote nach Real. Es ist in der Tat erschreckend leicht, den halluzinogenen Kaktus, der von den Huicholen verehrt und in ihren Ritualen als Medizin für spirituelle Zwecke genutzt wird, angeboten zu bekommen.

Der Ort an sich hat nicht viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das macht aber nichts, denn allein das Schlendern durch die Straßen und Entdecken alter Ruinen ist etwas Besonderes. Zudem kannst du dort das Kunsthandwerk der Huicholen erwerben, ein Blick lohnt sich definitiv und vielleicht findest du ja noch das ein oder andere Mitbringsel.

Huicholes Skulls - Real de Catorce - Ein magischer Ort in der Wüste Mexikos
Die Huicholen drücken ihre Mythen und Visionen, die sie in ihren Peyote Ritualen erfahren, u.a. mithilfe leuchtend bunter Perlen auf mit Bienenwachs beschichteten Schädeln aus.

Sehenswert ist auch der “Templo de la Purísima Concepción“,  in der sich die berühmte Statur von St. Francis von Assisi befindet. Aufgrund ihrer angeblich magischen Kräfte, pilgern jährlich tausende Mexikaner nach Real de 14.

Was ich besonders empfehlen kann, ist eine Fahrt mit einem der unzähligen Jeeps, den sogenannten Willys. Lies dazu auch gern den Reisebericht meiner Mutter. Der Preis variiert, je nach Ziel und Teilnehmerzahl. Wir haben 150 Pesos pro Person (rund 7 Euro) für eine 3 stündige Willy-Tour mit vollem Jeep bezahlt. Wer mehr Action braucht, kann auf dem Dach sitzen oder sich stehenden hinten festhalten. Die Willys führen dich in die Wüste, zur ehemaligen Mine Socavón de la Purísma, und zur Bahnstation Catorce, wo du mit etwas Glück “La Bestia” sehen kannst.

Wüstenlandschaft um Real de 14
Wüstenlandschaft um Real de 14
Peyote Real de Catorce
Peyote in den Weiten der Wüste…
Mine Socavón de la Purísma Real de 14
Die ehemalige Mine Socavón de la Purísma ist ein beliebtes Ziel der Jeep- und Reittouren.

Zudem werden verschiedene Reittouren angeboten. Den besten Ruf genießen die Guides des von der Stadt anerkannten Vereins “Caballerangos del Real”. Zu den beliebtesten gehört der 3 stündige Trip zum “El Quemado”, dem heiligen Berg der Huicholen. Ebenso sehenswert ist die 2 stündige Tour zum “Pueblo Fantasma”, der eigentlichen Geisterstadt von Real de Catorce. Der Preis für die Reittouren liegt bei rund 100 Pesos (ca. 5 Euro) für eine Stunde.

Sonnenuntergang Real de 14

Das Umland von Real kann man natürlich auch super zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf eigene Faust erkunden. Dafür lohnt es sich, ein paar Tage im Ort zu bleiben.

Wo kannst du unterkommen?

Die Auswahl an Unterkünften ist in dem kleinen Städtchen recht groß. Die Hotels und Pensionen beeindrucken vor allem durch die historischen Gebäude, die liebevoll und mit viel Stil zu neuem Leben erweckt wurden.

Wer nicht in der Hauptsaison (Ostern, Juli, August, Dezember sowie an Wochenenden und Feiertagen) anreist, kann recht günstig in einem der wunderschönen Hotels unterkommen.

Meine Tipps:

  • Mesón de la Abundancia

Das Mesón de la Abundancia ist eine alte Steinzitadelle mit Wow-Effekt. Wir waren dort nur essen, konnten aber trotzdem den ein oder anderen Blick in die Zimmer des extravagantem Hotels erhaschen (auf Toilette gehen lohnt sich…). Das Hotel im Herzen des Örtchens, was einst das Schatzhaus war, bietet 10 individuelle Zimmer ab 1.050 Pesos (rund 50 Euro) in der Nebensaison. Die Räume sind äußerst geschmackvoll mit regionalem Kunsthandwerk eingerichtet, als wäre die Zeit hier stehengeblieben. Keins der Zimmer verfügt über Fernseher oder Telefon, um die “Auszeit” hier richtig genießen zu können.

  • Eco Hotel Refugio Romano

Das Refugio Romano, u.a. geführt von einem Italiener, verfügt über 4 Zimmer, keins davon teurer als 1.200 Pesos (rund 60 Euro) pro Nacht. Die Zimmer sind recht einfach, bekommen dadurch aber einen ganz besonderen Charme. Gekocht wird für die Gäste mit Produkten aus dem eigenen Garten. Zudem lädt die hoteileigene Terrasse zum Relaxen in der Hängematte und genießen der Aussicht auf die bergige Wüstenlandschaft ein. Die Pension wird so gut es geht nachhaltig betrieben.

  • Hotel Real de Alamos

Wer es günstiger haben will, der guckt im Hotel Real de Alamos vorbei. Ein Doppelzimmer ist hier schon ab 350 Pesos (rund 15 Euro) zu haben. Die Zimmer sind schlicht und sauber, was will man mehr?

Wie kommst du dahin?

Am einfachsten ist die Anfahrt sicher mit dem Auto. Auf der wohl längsten Kopfsteinpflasterstraße der Welt mit einer Länge von rund 24 Km führen unzählige Kurven den steilen Berghang hinauf.  Oben angekommen geht für 20 Pesos pro Fahrzeug durch den rund 2 Km lagen Ogarrio-Tunnel. Den Tunnel kann immer nur ein Fahrzeug passieren, man braucht also keine Angst vor Gegenverkehr zu haben. Am anderen Ende erreicht man direkt einen großen Parkplatz, von dem aus sich das Städtchen gut erkunden lässt.

Kopfsteintpflaster Real de 14
Diese 24 Km lange Kopfsteinplasterstraße führt direkt ins versteckte Real de Catorce.

Aber auch die Anreise mit dem Bus ist kein Problem. Ab Matehuala fahren 1. Klasse Busse in ca. 1,5 bis 2 Stunden nach Real de Catorce (Preis rund 80 Pesos – 4 Euro). Vor dem Tunnel wird dann in kleine Busse “umgeladen”. Will man noch am gleichen Tag zurück nach Matehuala, sollte man sich unbedingt über die Abfahrtszeiten informieren, denn nach 18 Uhr fährt vermutlich kein Bus mehr.

Was gibt’s sonst zu beachten?

Bring unbedingt ausreichend Bargeld mit, denn in dem kleinen Ort gibt es nur einen Geldautomaten, der nicht immer voll ist oder funktioniert. Zudem nehmen die meisten Restaurants und Cafés keine Karte.

Auch eine Jacke sollte nicht fehlen, denn aufgrund der Lage im Hochland (rund 2.800 Meter) kann es recht kalt werden, sobald sich die Sonne verabschiedet.

Neben einer Jacke empfiehlt sich auch ein Tuch, was den Kopf vor der Sonne schützt. Insbesondere die Jeep- und Reittouren in die Wüste können ohne Kopfbedeckung ziemlich anstrengend werden!

Wer spät noch essen will, steht unter Umständen vor verschlossenen Türen. Nur sehr wenige Restaurants haben auch abends noch auf, insbesondere unter der Woche.

Willytour Real de Catorce
Wer bei der Willyfahrt Action dem Schatten vorzieht, der freut sich über eine Kopfbedeckung….

Viel Spaß beim selbst Erkunden,

Deine Katrin

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